Definition Hutewald

Ein Hutewald ist eine alternative Weidefläche für Tiere, wobei das Waldgebiete die Grundlage dafür bildet. Andere Bezeichnung sind beispielsweise Hudewald, Hutung oder auch Waldweide – also Bereich, wo Tiere gehütet wurden. Diese Gebiete bestehen flächendeckend aus natürlicher und nicht durch Menschenhand veränderter Vegetation. Vorrangig in Westeuropa war diese Form des Waldes sehr geläufig, bevor die Ansiedlung des Menschen diese Landschaften nachhaltig veränderte. Durch weitflächige Rodungen wurden Weideflächen für Nutztiere geschaffen, die vorher im Wald nach Futter suchten. Das Hüten der Tiere im Wald hatte zur Folge, dass das Gleichgewicht zwischen bestehenden und nachwachsenden Bäumen ausgeglichen war. Die so entstandenen Hutewälder waren sehr licht und parkähnlich, da die Tiere nachwachsende Bäume und Pflanzen kontrolliert abfraßen und die Baumgebiete vor einer Überwaldung schützen. Auch wenn diese Form der Waldwirtschaft heute nur noch sehr selten stattfindet, so wird gerade in trockenen und wärmeren Vegetationszonen der Hutewald als Weidegebiet für Tiere genutzt. Speziell in der Baumsavanne oder Strauchsavanne in mediterranen Gebieten sind Hutewälder noch häufig zu finden. In Mitteleuropa dagegen wurde durch die industrielle Revolution der Hutewald durch die moderne Forstwirtschaft abgelöst, die auch noch heute vorherrschend ist.