Hutewälder in Deutschland

Historisch bedingt existieren heute nur noch sehr wenige Hutewälder, da sie wegen der industriellen Forst- und Ackerwirtschaft weitestgehend aufgeforstet oder gerodet wurden. Aber dennoch existieren gerade in Deutschland noch einige Hutewälder, die praktische die lebendigen Zeugen der Geschichte sind. Ein großes Gebiet und wahrscheinlich das größte Hutewald-Gebiet überhaupt existiert in Hessen im Rheinhardswald. Die teilweise mehrere hektargroßen Flächen beinhalten noch viele zusammenhängende Hutewälder, die teilweise sogar bis heute noch als Weidefläche genutzt werden. Diese Baumgebiete bestehen zu großen Teilen aus Fichten, Eichen und Mischwäldern, die jedoch auch als Kahlschlags- und Aufforstungsfläche genutzt werden.

Hutepark im Solling-Vogler

Eines der schönsten und vor allem auch bekanntesten deutschen Gebiete für Hutewälder befindet sich im niedersächsischen Mittelgebirge, in dem auch das Hutewald-Projekt im Sommer 2000 gestartet wurde. Dieses Waldgebiet besteht zum größten Teil aus alten Eichen und offenen Weideflächen und wird von vielen kleineren Flussläufen und Bächen durchzogen. Die durch das Hutewald-Projekt angesiedelten Rinder und Ponys leben noch immer in diesem Gebiet und sind praktisch zu dessen Markenzeichen geworden.

Kellerwald und Bentheimer Wald

Zwei weitere Gebiete, in denen man noch Spuren der Hute findet, man in Hessen (Kellerwaldregion) und im Landkreis Grafschaft Bentheim, wo 2012 nach dem Vorbild im Solling ein ähnliches Hutewald-Projekt gestartet wurde. In beiden Gebieten befand sich nach historischen Überlieferungen im Mittelalter eine große Fläche an Hutewäldern, die heute nur noch zu kleinen Bruchstücken existiert. Was in Deutschland nur noch projektartig durchgeführt wird, ist in einigen Teilen Spaniens noch immer gängige Praxis. Denn hier wird der Hutewald (auch Dehesas genannt) für die Produktion von Eicheln und damit zur Ernährung von Schweinen genutzt.