Hutewald unter Naturschutz

Da es nur noch sehr wenige Gebiete gibt, in denen Hutewälder existieren, stehen die verbleibenden unter Naturschutz. Hier leben und wachsen Tiere und Pflanzen, die aufgrund der speziellen Umgebung in “normalen” Mischwäldern so nicht existieren könnten. Dazu gehören spezielle Bäume, die einen großen Anteil an “Totholz” benötigen um zu wachsen. In diesem Totholz siedeln sich wiederum spezielle Käfer und Insekten an, die hier einen idealen Lebensraum gefunden haben. Dazu gehören unteranderem der Heldbock und Hirschkäfer. Aber auch bestimmte Schmetterlings- und Vogelarten haben in den unter naturschutzstehenden Hutewäldern eine perfekte Lebensumgebung gefunden. So findet man hier vermehrt den Mittelspecht und den Eichenwollfalter, die auf die spezielle Vegetation angewiesen sind. Bekannte Naturschutzgebiete sind der Hutewald im Solling (Niedersachsen), der Hasbruch (Oldenburger Land) und der Urwald Sababurg (Reinhardswald), in denen eine naturbelassene und ungerodete oder aufgeforstete Baumlandschaft existiert.

Ein Projekt für den Naturschutz

In dem seit Sommer 2000 laufenden Vorhaben wurde in einem 170 ha großen Wald-Offenland-Komplex im Solling bei Amelith (Landkreis Northeim/ Niedersachsen) eine neue Form der Beweidung etabliert. Dabei soll eine bedeutende „Hutelandschaft“ mit ihren seltenen Tier- und Pflanzenarten erhalten und weiterentwickelt werden. Das Vorhaben ist zunächst für die Dauer von fünf Jahren finanziell gesichert.

Urige Tiere wirken in einem Zukunftsprojekt mit

Heckrinder (Abbildzüchtungen des ausgestorbenen Auerochsen) und Exmoorponies werden zur Pflege und Entwicklung eines ehemaligen Hutewaldes und angrenzender Flächen eingesetzt. Beide Tierrassen zeichnen sich durch besondere Robustheit gegenüber Klima und Nahrung aus und haben wildtierähnliche Eigenschaften. Sie stehen stellvertretend für ursprünglich in Europa heimische Weidetiere. Im Projektgebiet im Solling kann sich der Tierbestand langsam selbst aufbauen, so daß eine kooperative Entwicklung der Weidetiere und der von ihnen genutzten und mitgestalteten Standorte, der Vegetation und der Fauna erreicht wird. Dieses Projekt zeichnet sich v.a. durch eine behutsame Vorgehensweise aus.

Förderung des Projekts

Das Projekt wird vom Bundesamt für Naturschutz (BfN, Bonn) mit erheblichen Finanzmitteln und in enger fachlicher Kooperation gefördert und maßgeblich von den niedersächsischen Ministerien für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sowie vom Niedersächsischen Ministerium für Umwelt unterstützt. Beträchtliche Eigenleistungen tragen die regionale und lokale Forstverwaltung sowie die vom Naturpark Solling-Vogler und der Fachhochschule Lippe und Höxter gebildete Projektgruppe bei.